Chronik der Schützengesellschaft Kienberg 


Das Scheibenschießen mit dem Zimmerstutzen wurde ab er Mitte des vorigen Jahrhunderts zu einem immer beliebter werdendes Vergnügen. So fanden sich auch in Kienberg am Mittwoch, den 21.Februar 1885 einige Bauern und Handwerker zusammen um diesen Sport nachzugehen. Zu den ersten zehn Schützen zählten: Reichl, Scherr, Salzeder, Stitzl, Seehuber Peter und Engelbert, Reiter, Schmid, Pösterl und Waltl. Nach einigen Probeschießabenden entschloss man sich am Sonntag, den 3. Juni 1885, das Gründungsschießen abzuhalten.
Trotz vieler Bemühungen der Vorstandsschaft ist es nicht möglich einen lückenlosen Bericht von den Jahren 1898 bis 1909 zu schreiben da kein Dokument zu finden ist.

Der nächste Eintrag berichtet über die Generalversammlung im Laxhuberischen Gasthaus am 11.November 1909. Zum 1. Schützenmeister wurde Josef Guggenberger, zum 2. Schützenmeister Michael Haas und zum Kassier Peter Mühlberger gewählt. Es waren 16 Schützen anwesend. Das Anfangsschießen wurde am 13. November 1909 abgehalten.

Bis 1914 verliefen die Jahre in geselliger Schützenkameradschaft. Der 1. Weltkieg mit seinen Schrecken und Nöten bricht aus. Von da ab schweigt er Protokoll fünf Jahre lang.

Am 22. November 1919 versammelt man sich das erste Mal wieder nach dem Weltkrieg zum anfangsschießen.

Wegen Vereinsunstimmigkeiten setzte man von3. Februar 1923 bis zum Anfangsschießen am 22. November 1924 mit dem Schießsport aus.

Bei der Versammlung am 26. Oktober 1925 waren noch 8 treu gebliebene Mitglieder anwesend. Schützenmeister Ullrich brachte den Antrag zum betritt in den Gauverband, der einstimmig beschlossen wurde. Während der Schießsaison 1926/27 wurde der Kauf der angebotenen 1500teiligen Teilermaschine von der Schützengesellschaft Trostberg nach längeren hin und her beschlossen. Der Preis betrug 40,- DM.

Bei der Versammlung am 31. Oktober 1926 wurde erstmals von Adolf Mühlberger beantragt, einen Schützenkönig auszuschießen. Gewinner wurde derjenige Schütze der an einem Abend die höchste Ringzahl bei den 10 Übungsschuss hatte.
 

 

 

Schießstand 1930

 

 

Im Jahr 1936 wurde erstmals in der Vereinsgeschichte eine Frau Schützenkönigin. Es war dies die Maier-Wirtstochter Anni (verheiratete Anni Steinberger).

Wiedergründung 1956
Die von Gastwirt Maier einberufene Versammlung am 4. November 1956 zum Zwecke der Wiedergründung einer Schützengesellschaft war von 20 Schützenkameraden besucht. Man hat sich auch gleich zu einer Wiedergründung entschieden. Die erste Vorstandschaft stellte sich wie folgt zusammen: 1. Vorstand und Schützenmeister Lorenz Gmeindl, 2. Vorstand Johann Maier (Holzmann), Schriftführer und Kassier Johann Schmid, Zeiler Lorenz Kaltenhauser. Bei der Versammlung am 4. November 1957 kam unter anderen auch die Anschaffung einer neuen Schützenkette zur Aussprache, da die vorhergehende Kette während des Krieges von den Amerikanern beschlagnahmt wurde. Nach großzügigen Spenden von Barbeträgen und alten Silbergeld konnte diese zur Anfertigung in Auftrag gegeben werden. Der erste Träger dieser wertvollen neuen Schützenkette wurde Josef Kaltenhauser mit einen 16- Teiler. Der Verein hatte bereits wieder eine stattliche Zahl von 35 Schützen.

Durch die Anschaffung von 2 Zugständen im Jahre 1961 wurde das Amt des Zielers überflüssig.

Fahnenweihe 1962
Im Laufe des Jahres 1961 entschied sich die Schützengesellschaft unter der bewährten Führung von Lorenz Gmeindl zur Anschaffung einer Fahne. Die Weihe der Fahne wurde auf Sonntag, den 1. Juli 1962 festgelegt. Die Patenschaft übernahmen die Schützen von Peterskirchen. Durch die Anschaffung einheitlicher Schützenkleidung errang sich der Festverein besonderes Ansehen. Endlich kam der Festtag. Mit Böllerschüssen und flotter Marschmusik weckte man die Kienberger. 32 Brudervereine und 6 Orts- und Nachbarvereine waren am Festakt und Weihe der Fahne durch H.H. Otto Heichele anwesend.

 

 

 

Fahnenweihe 1962

 

 

Nachdem Lorenz Gmeindl nach 18 Jahren die Schützengesellschalt geführt hatte, gab er sein Amt am 2. November 1974 bei der Generalversammlung an Georg Maier ab. Gleichzeitig wurde Schützenbruder Gmeindl zum Ehrenschützenscheister ernannt.

In der Mehrzweckhalle bekamen die Schützen ein neues Schießlokal. Über 1400 freiwillige Arbeitsstunden der Vereinskameraden waren nötig, um den Ausbau zu bewältigen. Dank handwerklich geschickter Mitglieder und der Schreinerei Dorfhuber konnten 8 neuen Schießstände und ein Schützenstüberl errichtet werden. Am 18. November 1980 trafen sich 30 schützen zum ersten Mal im neuen Schießlokal zum Übungsschießen.

Der Höhepunkt des Schießjahres 1982 war das Eröffnungsschießen, zu dem 13 Nachbarvereine geladen wurden. 315 Schützen kämpften um Ring und Blatt`l.

1983 entschied sich die Vorstandschaft zum Kauf einer Jungschützenkette, die Josef Söll jun. als erster erwarb.

100jährige Bestehen 1985
Am 22. Und 23. Juni 1985 feierte man das 100 jährige Bestehen. Ein großer Festzug mit 60 Gastvereinen war der Höhepunkt des Festes.
Mit einem schön geschmückten Wagen beteiligte sich die Schützengesellschaft am 1. September 1985 am Blumenkorso in Kienberg.
 

 

 

100 jährige Gründungsfest 1985

 

 

Auch im Schießjahr 1986 wurden wieder viele Aktivitäten getätigt. Freundschaftsschießen gegen die SG Emertsham , Damen Gaupokalschießen und zum ersten Mal wurde eine Luftgewehr Mannschaft zum Rundenwettkampf des Alzgau Trostberg angemeldet. 1988 wurde zum ersten Mal das VG Schießen der Verwaltungsgemeinde Obing mit einer Beteiligung von 144 Schützen und Schützinnen aus den Vereine Obing, Pittenhart, Oberbrunn, Aindorf und Kienberg erfolgreich abgehalten.

Am 14. und 15. Januar 1995 wurde erstmals ein Kienberger Vereineschießen ausgetragen, bei dem sich viele Ortsvereine und Institutionen beteiligten. Den Wanderpokal hierfür stiftete der 1. Bürgermeister Horst Rockel, gewonnen hat in die Liedertafel Kienberg. Für die Meistbeteiligung erhielt die Kath. Landjugend 20 Liter Bier.

110
jähriges Bestehen 1995
110 Jahre SG Kienberg wurde mit den Nachbar- und Ortsvereinen am 17. Juni 1995 mit eine Gedenkgottesdienst und anschließendem Festabend im Gasthof zur Post gefeiert.

1996 wurde eine neue Disag Teiler Maschine für die genauer Teiler und Ringwertung angeschaffen. Ein internes damenwanderpokalschießen wurde erstmals am 12.12. 1996 ausgetragen. Ein guter Anklang bei den Schützen fand die Neugründung einer Luftpistolenklasse und die Teilnahme am LP-Rundenwettkampf des Alzgau Trostberg. Nicht nur sportliche Leistungen wurden erbracht sondern auch Gesellschaftliche. So wurde heimlich beschlossen, Dass der Maibaum des Nachbarvereins SG St. Wolfgang und der FFW Rabenden gestohlen werden muss. Mit viel Fleiß und harter Knochenarbeit wurde er gestohlen und beim Martin Huber in Bichl im Heuboden versteckt und bewacht. Am 1. Mai 1997 wurde er gehobelt, geschliffen, gestrichen und mit Girlanden verziert nach Rabenden gebracht, wo er nach zäher Verhandlung (165 Liter Freibier) mit vereinten Kräften aufgestellt wurde.

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das zum ersten mal von uns ausgerichtete Luftpistolen- und Luftgewehr-Gauschießen mit Finalschießen und den Gauschützenball des Alzgau Trostberg am 29. Oktober- 8. November 1998. Über 750 Schützen und Schützinnen versuchten ihr Glück und Können einen der vielen Geld und Sachpreise oder sogar die Würde des Gauschützenkönigs mit einem Blatt`l zu erzielen. Bei der Preisverteilung wurde das beste Blatt`l auf Gaukönig verkündet. Dies war mit einen 0,89 Teiler Elmar Maier aus Kienberg.

Am 4. November 2000 Kamen die Schützen aus ST. Wolfgang nach Kienberg zum Patenbitten für ihr kommendes 75jähriges Vereinsjubiläum im Juli 2001. Nach mühsamen Verhandlungen( Scheitelknien) einigt man sich auf 150 Liter Freibier beim Fest.
Am 15. Juli. 2001 war der Festsonntag der SG. Wolfgang. Mit Musik, Festwagen und 70 Schützen, Schützinnen, Jungschützen und Böllerschützen nahmen wir als Patenverein teil. Bernadette Steiner überreichte nach ihrem Prolog das Patenband dem Festverein.

Am 11. Januar 2003 wurde in der Jahreshauptversammlung per Satzungsänderung die Eintragung als "e.V."(eingetragener Verein) einstimmig beschlossen. Unser Verein nennt sich jetzt Schützengesellschaft Kienberg e.V. Zum zweiten Mal haben wir den Maibaum von der SG St. Wolfgang und der FFW Rabenden gestohlen. Am 1. Mai 2003 wurde er nach einer Auslöse von 150 Liter Freibier aufgestellt.

Im November 2007 waren unsere Schützen zum zweiten Mal mit der Ausrichtung des Gauschießens des Alzgau Trostberg voll beschäftigt. Hierbei erreichte Theresa Karl die Gaujugendkönigsehre.

 

125 jähriges Bestehen 2010 mit Gauschützenfest 

 

 

125 Jahre SG Kienberg

 

 

 

125 Jahre SG Kienberg

 

 


 

2011 übernahm Paul Schuster das Amt des 1. Vorstand von Anton Hochreiter der somit zum Ehrenvorstand ernannt wurde.